Schilderverschmutzung!!
Kommerzielle Werbetafeln bereiten in Teilen Costa Ricas zunehmend Sorgen, da sie die für das Land so typische Naturlandschaft beeinträchtigen. Obwohl sich Costa Rica weltweit als Ökotourismus-Ziel vermarktet, steht die zunehmende Verbreitung von Straßenwerbung in einigen Gebieten im Widerspruch zu diesem Image.
Auf einem bestimmten Straßenabschnitt, von Brasilito in Richtung Norden nach Flamingo in der Region Guanacaste, war ich von Schildern geradezu übersät. Sicherlich sind Ihnen ähnliche Abschnitte auch in Ihrer Gegend aufgefallen.
Hier die wichtigsten Auswirkungen von Werbetafeln auf die Aussicht:
(Anmerkung der Redaktion: Howler Media ist sich des Konflikts, der Grenzen und der Suche nach einem Gleichgewicht in der Tourismusbranche Costa Ricas bewusst. Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie unter den folgenden Links.)
1. Visuelle Verschmutzung natürlicher Landschaften
Große Werbetafeln am Straßenrand können die Aussicht auf Wälder, Berge und Küsten versperren oder beeinträchtigen. Entlang wichtiger Autobahnen und Touristenrouten – wie beispielsweise den Straßen, die San José mit den Pazifikstränden verbinden, oder den Flughafenzufahrtsstraßen nach Liberia – prägen Werbeschilder mitunter das Stadtbild.
Statt ungestörter Ausblicke auf Regenwald oder Meer zu genießen, sehen Reisende möglicherweise Ansammlungen von Werbung für Hotels, Spirituosenmarken, Casinos oder Immobilien.
2. Unordnung entlang der Touristenkorridore
In touristisch stark frequentierten Regionen wie der Provinz Guanacaste und in Badeorten wie Playas del Coco kommt es vermehrt zu einer Häufung von Werbetafeln in der Nähe stark befahrener Straßen. Unternehmen konkurrieren um Sichtbarkeit, was folgende Folgen hat:
- Mehrere Schilder dicht übereinander gestapelt
- Überdimensionale Werbetafeln ragen über die Bäume hinaus.
- Leuchtende Farben oder eine Beleuchtung, die sich von der natürlichen Landschaft abheben
Dadurch kann etwas entstehen, was die Einheimischen manchmal so nennen „Visuelle Unordnung“.
3. Verdeckung ikonischer Küsten- und Bergpanoramen
Mancherorts stehen Werbetafeln an Straßen, die parallel zum Meer oder zu Bergtälern verlaufen. Diese Schilder können die Aussicht teilweise versperren, die sonst einen Panoramablick bieten würde – insbesondere auf schmalen Küstenstraßen mit wenigen Aussichtspunkten.
Entlang einiger Küstenrouten am Pazifik in Guanacaste beispielsweise können Werbetafeln, die für Resorts oder Touren werben, den Blick auf Strände und Sonnenuntergänge stören.
4. Konflikt mit dem Umweltimage des Landes.
Costa Rica wirbt mit Kampagnen wie „Essential Costa Rica“, die Nachhaltigkeit und Naturschutz in den Vordergrund stellen. Übermäßige Werbebeschilderung kann diese Botschaft jedoch untergraben, denn:
- Die Besucher erwarten unberührte Landschaften.
- Werbetafeln wirken typischer für stark kommerzialisierte Touristenziele.
- Sie stehen im Widerspruch zum Naturschutzbild des Landes.
5. Regulierungslücken und Probleme bei der lokalen Durchsetzung
Obwohl es in Costa Rica Vorschriften für Werbung am Straßenrand gibt, wird diese von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich durchgesetzt. In einigen Gebieten sind Werbetafeln in der Nähe von Schutzgebieten oder Parks streng verboten, während sie in anderen entlang der Hauptverkehrsstraßen erlaubt sind.
Es wurden zwar Anstrengungen unternommen, die Beschilderung in der Nähe von Schutzgebieten wie dem Manuel Antonio Nationalpark zu regulieren, aber außerhalb der Schutzzonen ist immer noch kommerzielle Beschilderung zu sehen.
Das Hauptproblem: Costa Ricas Landschaften gehören zu seinen größten wirtschaftlichen Ressourcen. Wenn die Dichte der Werbetafeln entlang malerischer Straßen zunimmt, entsteht dadurch... Visuelle Umweltverschmutzung, die mit der Landschaft konkurriert, die die Touristen eigentlich sehen wollen.
Interessanter Kontrast: Einige Länder (wie beispielsweise Teile des US-Bundesstaates Vermont) haben Werbetafeln am Straßenrand vollständig verboten, um die Landschaft zu schützen. Ähnliche Ideen werden gelegentlich auch in Costa Rica diskutiert, insbesondere in touristischen Regionen.
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Ehemaliger Marinejournalist, Autor und internationaler Redner. Seit 2019 Führungskraft bei Howler.







